
Revisionsorthopädie
30% aller Diagnosen in Schweizer Spitälern betreffen den Bewegungsapparat – Tendenz steigend
Die Behandlungen am Bewegungsapparat haben in den letzten 10 Jahren stark zugenommen. Damit nimmt auch die Zahl der Revisionseingriffe stetig zu, obwohl die Eingriffe dank laufender Qualitätssteigerung immer sicherer werden. Die künstlichen Gelenke sind tagtäglich einer mechanischen Beanspruchung und damit einem stetigen Verschleiss ausgesetzt. Im Durchschnitt macht ein Mensch mit seinem Hüftgelenk 1 Million Bewegungszyklen pro Jahr. Konstante Verbesserungen bei Material und Technik haben den Verschleiss stark reduziert. Die Laufdauer der Kunstgelenke hat sich in den letzten 20 Jahren fast verdoppelt.
20 und mehr «Betriebsjahre» sind keine Seltenheit (man vergleiche dies mit Autos, Waschmaschinen, oder Computern!). Trotzdem nehmen die Zweiteingriffe insgesamt zu. Die Gründe dafür sind: Immer jüngere Patientinnen und Patienten benötigen Kunstgelenke und die Menschen leben mit den Kunstgelenken immer länger.
Revisionsoperationen sind komplizierter, technisch anspruchsvoller und risikoreicher sind als Ersteingriffe. Die Operationszeit ist deutlich länger, die Nachbehandlung aufwändiger. Revisionseingriffe sind daher auch kostenintensiver als Ersteingriffe. Die Vernarbungen nach einem Ersteingriff verändern die natürliche Anatomie. Mit besonderer Vorsicht muss daher der Operationszugang präpariert werden, um Begleitverletzungen von Sehnen, Nerven und Gefässen zu vermeiden.
Das abgeriebene Fremdmaterial schwächt den Knochen. Sind Teile der Prothese noch fest eingewachsen, müssen diese mit Spezialmeisseln entfernt werden.
Abgeriebenes Fremdmaterial, insbesondere aber auch Infektionen, führen zu einer entzündlichen Mehrdurchblutung des Gewebes. Das Blutungsrisiko bei Revisionseingriffen ist erhöht. Revisionseingriffe benötigen daher ein erfahrenes Anästhesie-Team und oft eine Intensivstation für die ersten Tage nach der Operation. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Anästhesist, Intensivmediziner, Herzspezialist, Internist, Infektiologe, Nierenspezialist und Orthopäde ist unerlässlich.
Die Revisionschirurgie setzt eine grosse Erfahrung mit Ersteingriffen voraus. Eine Spezialisierung ist daher unerlässlich. Die orthopädische Revisionschirurgie ist eine anspruchsvolle Teamarbeit, die nur in einem medizinisch-technisch hochstehenden Umfeld gemacht werden kann. In der Orthopädischen Klinik Luzern und der Hirslanden Klinik St. Anna sind diese Voraussetzungen in idealer Weise gegeben.